DDH beklagt systematische Unterfinanzierung

Hannover. Die Diakonischen Dienste Hannover (DDH) erleben die restriktive Finanzierung insbesondere in ihren drei diakonischen Krankenhäusern Annastift, Friederikenstift und Henriettenstiftung. Dort erwirtschaftet die DDH 80 Prozent ihres aktuellen Jahresumsatzes von 280 Millionen Euro. Ebenfalls sehr negativ wirken sich aber auch die seit Jahren in Niedersachsen um bis zu 20 Prozent niedrigeren Pflegesätze für die Altenhilfe in der DDH aus.

Der grundlegende Konflikt über die Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts hat für die diakonischen Einrichtungen in Niedersachsen in 2011 die Verhandlungen über Entgelterhöhungen ausgesetzt. Die fälligen Lohnsteigerungen für die Mitarbeitenden blieben aus. Nur deshalb wird der Jahresabschluss der DDH, der sich zurzeit in Prüfung befindet, noch ein deutlich positives Ergebnis aufweisen.

Für das laufende Geschäftsjahr indes wird in der DDH ein negatives Unternehmensergebnis von ca. zwei Millionen Euro erwartet.

„Derart große Verluste innerhalb eines Jahres entstehen deshalb, weil die Reserven für Gegenmaßnahmen wie Senkung der Sachkosten oder Stellenabbau aufgebraucht sind“, bekräftigt Dr. Utz Wewel, Sprecher der Geschäftsführung der DDH.

In den vergangenen fünf Jahren habe eine systematische Unterfinanzierung der niedersächsischen Krankenhäuser stattgefunden. Die Refinanzierung über den niedersächsischen Landesbasisfallwert und die bundesweite Veränderungsrate der Krankenhausbudgets habe weit unter den realen Lohnkostensteigerungen gelegen, betont Dr. Wewel.

Durch die starken Lohnforderungen der angestellten Ärzte über den Marburger Bund hat die daraus resultierende Lohnspreizung zwischen den ärztlichen und nicht-ärztlichen Beschäftigten zusätzlich zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt (siehe Grafik).